Pädagogisches Konzept

Frühkindliche Bildung und Förderung

Kinder lernen in jedem Augenblick ihres Lebens. Sie erforschen die Welt, saugen Eindrücke auf und imitieren das Verhalten Erwachsener. Sie lernen, wie ihr eigener Körper funktioniert, wie sie mit anderen kommunizieren können und wie sich Dinge und Materialien anfühlen. Es ist von entscheidender Bedeutung, Kindern fortwährend Möglichkeiten zu eröffnen, um neue Erfahrungen zu machen und Gelerntes zu vertiefen.

Eine der Hauptaufgaben der Kindertagespflege ist es, gemeinsam mit Ihrem Kind auf Entdeckungsreise zu gehen, es anzuleiten und seine Neugier zu wecken. Denn mit jeder neuen Erfahrung, mit jeder erlernten Fähigkeit wachsen Selbstständigkeit und Selbstvertrauen. Kinder sollen frühestmöglich erkennen, dass sie durch Handlungen oder Laute Reaktionen hervorrufen und damit verbunden Wünsche äußern können.

Wir legen großen Wert auf verschiedene grundlegende Bildungsbereiche, ohne Druck auf Ihr Kind auszuüben oder es zu überfordern.

Diese Bildungsbereiche umfassen:
- Kommunikation (Sprache, Schrift)
- soziales Miteinander
- Natur und Technik (Naturwissenschaft, Medien)
- Musik und Klang (Instrumente, Geräusche)
- Kreatives (Malen und Theater)
- Bewegung und Gesundheit (Körper, Koordination)

Ziel dieser Bereiche ist es, Ihr Kind auf die nächsten Entwicklungsschritte vorzubereiten und es entsprechend seiner Stärken individuell zu fördern und zu unterstützen.

Im Bereich Medien, erarbeiten wir zusammen mit den Kindern das Thema Medienkompetenzen aus. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit Hörmedien, wie zum Beispiel, Hörgeschichten und das hören von Kinderliedern über digitale Medien. Mit diesen Bildungsangeboten arbeiten wir täglich.

Die  Reflexive Auseinandersetzung von Medieninhalten (genau zuhören und genau zusehen), z.B.  in Bild-Ton-Medien und Tonmedien, jewals kurze 5 bis 10 Minuten Sequenzen  die wir dann zusammen in kleine Rollenspiele umsetzten und unseren Tagesablauf nach einem bestimmten Thema gestalten. Auf den Umgang mit dem Fernseher verzichten wir allerdings ganz und ist in unserem Bildungsangebot nicht vorgesehen.Wir nutzen für diese Angebote, Leinwand und Projektor. Mit diesen Angeboten arbeiten wir in der Regel alle 4 bis 6 Wochen, ca. 1 bis 2 Tage. Oder auch mal zu besonderen Anlässen.

Einsatz und Beschäftigung mit dem Fotoapparat: „Kinder fotografieren ihre Welt“, dies allerdings erst ab dem dritten Lebensjahr.

Inklusive und Integrative Kindertagespflege

Spezifisches unserer Inklusiven und Integrativen Arbeit für Kinder

mit Förderbedarf

In unserem Haus werden seit Sommer 2015 Kinder mit Behinderung oder von Behinderung

bedrohter Kinder (Feststellung gemäß Eingliederungshilfe SGB XII) betreut. Die Kinder finden

über ein ärztliches Gutachten einer Frühförderstelle bei uns Aufnahme. Wir richten und arbeiten

voll und ganz nach den Richtlinien des LWL, diese können jederzeit eingesehen werden auf der

Internetseite des LWL und stehen dort auch zum download bereit.

Unsere Inhalte, Leistungen und Angebote in der integrativen und inklusiven Arbeit sind insgesamt

sehr vielschichtig.

In einzelnen beinhaltet dieses:

Platzvergabe in der Betreuung:

- in unserer Einrichtung werden für ein Kind mit Förderbedarf 2 Plätze gestellt um zu

gewährleisten das die Qualität der Betreuung, der Mehraufwand der Pflege, Aufmerksamkeit und

die Zeit gegeben werden kann. Hierbei spricht man über eine Platzreduzierung der Gesamtplätze in

der Tageseinrichtung.

- Vertretungsregelung im Krankheitsfall der Tagespflegeperson ist folgende Regelung zur

getroffen:

Vertretung im Krankheitsfall für das Kind mit Förderbedarf, Behinderung oder von Behinderung

bedrohtes Kind (wenn von den Eltern gewünscht oder Bedarf besteht), wird in diesem Fall

vertreten durch:

Frau Vanessa Arndt Tagespflegeperson (Inklusive Kindertagespflege)

Zum Gänseland 25

59558 Lippstadt Tel: 0176/ 87687614

- Planmäßige Förderung der Kinder unter Berücksichtigung ihrer individuellen Behinderung

- Förderung und Integration in die Gesellschaft

- Erstellen einen (THP) Teilhabe und Förderplans

- Gestaltung eines Tagesablaufes im Austausch und mit Absprache aller an der Förderung

Beteiligter ( Eltern, Therapheuten, Pädagogen und Betreuer)

- Regelmäßige Elterngespräche zur Abstimmung der unterschiedlichen therapheutischen und

pädagogischen Angebote

- Anleitungen und auch Hilfestellungen zur Weiterführung von Förderungen im häuslichen Bereich

der Eltern

- Pflegerische Leistungen z.B. Hilfe bei der Körperpflege, Nahrungsaufnahme, Mobilität


Integrative Pädagogik/ Inklusion


Was ist Inklusive Tagespflege ???


Inklusion ist das Grundrecht der Menschenwürde

Mit dem in Kraft treten der UN-Konvention für Rechte von Menschen mit Behinderungen ist

Deutschland 2009 die Verpflichtung eingegangen, das Bildungssystem „ inklusiv“ zu gestalten.

Allen Kindern soll soziale Teilhabe und Chancengleichheit so ermöglicht werden.

Alle Kinder unabhängig von Ihren individuellen Stärken und Schwächen, haben das Recht,

gemeinsam zu leben und voneinander zu lernen.

Die Unterschiedlichkeit aller Kinder ob mit oder ohne Behinderung oder Beeinträchtigung, sollte

als eine Bereicherung gesehen und akzeptiert werden.

In unserer Kindertagespflege werden Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut.

Neben mir als Inklusive Tagespflegeperson, werden auch spezialisierte Kräfte (Therapheuten) die

Möglichkeit haben eine individuelle Förderung für die Kinder mit Behinderung oder von

Behinderung bedrohter Kinder zu gestalten.


Inklusion bedeutet bei Uns:


→ Alle Kinder, Jugendliche, Eltern und Mitarbeiter in gleicher Weise wertschätzen

→ Die Unterschiede zwischen den Kindern als Chancen für ein gemeinsames spielen und

lernen sehen und erkennen

→ Das Recht der Kinder auf eine qualitativ gute Erziehung, Bildung und Betreuung anerkennen

→ Eine Verbesserung für Eltern, Betreuungspersonen und Kinder herbeiführen

→ Die Barrieren für Spiel, Lernen und Partizipation (Einbeziehung des Zusammenlebens) für alle

Kinder abbauen, nicht nur für Kinder mit Beeinträchtigung

→ Entwicklung, Werte, Menschlichkeit und Leistungen betonen und wertschätzen

→ Begreifen das Inklusion in Bildungs- und Erziehungseinrichtungen der frühen Kindheit ein

Aspekt von Inklusion in der gesamten Gesellschaft ist

Bewegung, Kreativität und Musik

In unserer Kindertagespflege in Lippstadt stehen Spielen und Toben im Zentrum der täglichen Aktivitäten. Vielseitige und kontinuierliche Bewegungserfahrungen helfen den Kindern, ihren Körper und ihre Umwelt besser wahrzunehmen. Neben der Beschäftigung in den Räumen der Kindertagespflege schließt das natürlich auch Ausflüge ins Freie ein. Das Wetter spielt dabei keine übergeordnete Rolle, denn mit geeigneter Kleidung kann auch Regen großen Spaß machen. Im Garten, im Wald oder auf dem Spielplatz gewinnen die Kinder beim Klettern, Rennen, Schaukeln oder Balancieren an Selbstvertrauen. Das fördert eine gesunde Entwicklung verschiedener motorischer Fähigkeiten.

Wir helfen Ihrem Kind dabei, überall etwas Besonderes zu entdecken und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. In der Natur finden sich überall Materialien zum Basteln und Spielen. Das Wichtigste ist dabei, dass Ihr Kind stets Freude an den Aktivitäten empfindet. Es lernt aus dem Spaß heraus, durch kreative Spiele für alle Sinne, zu denen neben dem Basteln mit verschiedenen Materialien auch Experimente mit Farben oder das Kennenlernen von Musikinstrumenten zählen.

Überhaupt ist Musik ein wichtiger Bestandteil der kindlichen Entwicklung. Gemeinsam und wiederholt gesungene Lieder helfen dabei, den Wortschatz zu erweitern. Instrumenten durch Neugier und Ausprobieren Töne zu entlocken, sorgt immer für fröhliche Gesichter. Eine musikalische Erziehung fördert aber nicht nur die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes, auch das Rhythmusgefühl und die Merkfähigkeit werden entscheidend gestärkt.

Die Eingewöhnung als sanfter Start in den neuen Lebensabschnitt

Die Eingewöhnungsphase Ihres Kindes zählt zu den wichtigsten Abschnitten während der Zeit der Betreuung. Denn Kinder und Eltern müssen Vertrauen uns aufbauen. Jedes Kind reagiert anders auf Veränderung und manche Kinder brauchen mehr Zeit, um sich an die neuen Bezugspersonen und die neuen Räumlichkeiten zu gewöhnen. In der Kindertagespflege wird deshalb auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes bei der Eingewöhnung in die neue Umgebung eingegangen. Zwischen uns und Ihrem Kind wird schnell eine vertrauensvolle Beziehung entstehen, die Ihrem Kind Sicherheit gibt. Trost und Zuwendung kann es dann von uns gut annehmen, wenn es einmal müde ist oder ein kleines Unglück den Tag trübt.

Die Eingewöhnungszeit dauert je nach Bedarf von Kindern und Eltern zwischen einer und vier Wochen. Sollte sich ein Kind mit der Eingewöhnung schwerer tun, macht das auch nichts. Denn das Tempo wird allein von Ihrem Kind bestimmt. Schließlich muss es neben uns als neue feste Bezugspersonen auch die anderen Kinder kennenlernen. Diese Phase der Veränderung sollte behutsam eingeleitet werden. Aus diesem Grund besteht der Beginn der Eingewöhnung aus mehreren Schnupperstunden, bei denen ein Elternteil durchweg anwesend ist.

Nach ein paar Tagen erfolgt dann eine erste Trennung, während die Mutter oder der Vater aber in der Nähe bleiben. So steigert sich das Fernbleiben des Elternteils von Tag zu Tag. Wir beobachten Ihr Kind dabei sehr genau, um bei eventuellen Problemen zielgerichtet reagieren zu können. Die eigentliche Eingewöhnung zwischen Ihrem Kind und der Tagespflegeperson beginnt erst wenn Mutter oder Vater  nicht mehr anwesend sind.  Erst dann baut Ihr Kind eine Bindung zur Tagespflegeperson auf. Die Eingewöhnung ist abgeschlossen, wenn sich Ihr Kind darauf freut, zu uns gebracht zu werden und auch Sie ein gutes Gefühl dabei haben.

Der Beitrag der Eltern in der täglichen Zusammenarbeit

Der enge Kontakt mit den Eltern ist bei unserer Arbeit von großer Bedeutung. Die kleinen Betreuungsgruppen in der Kindertagespflege sind dabei ein großer Vorteil, weil bei Abgabe und Abholung Ihres Kindes oft Zeit für einen kurzen Austausch bleibt. 

Elterngespräche, sie sind fester Bestandteil der Arbeit in der Kindertagespflege und geben den notwendigen Raum, um sich mit Ihnen über organisatorische Aspekte, die Entwicklungsfortschritte Ihres Kindes und eventuelle zielgerichtete Fördermaßnahmen auszutauschen. Wir teilen unser pädagogisches Fachwissen und unsere Erfahrungen gerne mit Ihnen und stehe bei Fragen rund ums Kind stets zur Verfügung.

Die wichtige "Fremdelphase"


Herzlichen Glückwunsch, Ihr Kind fremdelt!

Was es da zu gratulieren gibt? Mit dem Eintritt in die Fremdel-Phase hat Ihr Baby/Kleinkind einen wichtigen

Schritt in seiner Entwicklung gemacht: Es kann nun zwischen Bekannten und Unbekannten

unterscheiden. Und es hat Sie zu seiner engsten Bezugsperson auserkoren. Das sollten Sie als

großes Kompliment auffassen! In der Regel beginnt das Fremdeln ab dem 8. Monat. Daher wird in

der Fachliteratur auch oft von der "Achtmonatsangst" gesprochen. Den Höhepunkt hat das

Fremdeln meistens im 2. Lebensjahr und nimmt ab dem 3. Lebensjahr allmählich wieder ab.

Fremdeln: Typisches Verhalten gegenüber anderen Personen

• ängstliches Anstarren oder Versteifen

• naher Körperkontakt zur engsten Bezugsperson, regelrechtes "Kleben" an der Mutter bzw.

dem Vater

• abweisendes Verhalten

• Kontaktverweigerung

• weinen und schreien

• schlechte Laune, wenn andere Personen anwesend sind

Aber auch ein positives Interesse und eine Neugier auf die vermeintlich fremden Personen sind

typisch für das Fremdeln. Sobald sich Ihr Kind sicher auf Ihrem Arm fühlt, wird es die unbekannte

Person genau betrachten und sich nach einer Weile auch auf sie einlassen.

Die Bedeutung der Entwicklungsdokumentation

Wir fertigen für jedes Kind unserer Einrichtung mit Erlaubnis und Zustimmung der Eltern

eine Bildungsmappe an. Diese beinhalten alle Lern- und Entwicklungsdokumentationen,

Beobachtungen in schriftlicher Form, Lernarbeiten, Bastelarbeiten, selbstgemalte Bilder

und Fotos und wird nach Ablauf der Betreuungszeit jedem Kind als Geschenk überreicht.

Die Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen bildet die Grundlage unseres

pädagogischen Handelns. Ferner basieren auf Ihnen unsere Eltern- und Therapeutengespräche. 

Aus den Beobachtungen entwickeln wir unsere Zielsetzungen für die Arbeit mit dem einzelnen Kind, der Gruppe und in der gesamten Einrichtung.

Folgende Methoden der Beobachtung wenden wir in unserer Kindertagespflege an:

→ Kontinuierliche Entwicklungsdokumentationen in Wort und Bild.

Beobachtet werden Sprachentwicklung, soziale-emotionale Entwicklung, Motorische Entwicklung

(Wiederholung alle 6-8 Wochen)

→ „Kunstwerke“, wie z.B. Mal-und Bastelarbeiten der Kinder , diese werden die ganze Zeit über

gesammelt und bei uns im Haus aufbewahrt.

→ Fotos und Bilder z.B. über Ausflüge, Lernschritte, Bastelarbeiten und Projekte

→ Lerngeschichten

→ Beobachtungsbögen vom Kinderarzt (nur bei Kindern mit Förderbedarf)

→ Für Förderplatzkinder wird zusätzlich ein Hilfeplan geführt. Er beinhaltet Beobachtungen und Zielsetzungen des pädagogischen Personals und Therapeuten. ( Teilhabe- und Förderplan)